Strassenmusik. Strassentheater? Nachdem das Projekt 210 im Frühling mit titanic2012 in Bern sein Debüt gegeben hatte und an den Aarauer Theatertagen dafür mit dem 3. Preis prämiert worden war, schien das berühmte Strassenmusikfestival Buskers genau der richtige Ort, um sich vom vergangenen Stück zu lösen und etwas neues auszuprobieren.

So versammelte sich das Ensemble dieses Mal in eigener Regie und nicht wie gewohnt unter der Führung von Roger Binggeli Bernard, um die besten Szenen der Literaturgeschichte für eine Neuinterpretation aufzubereiten. Mit fachmännischen Konstruktionswissen und erprobter Theatererfahrung entstand so im August auf dem „Bizaar“ des Strassenmusikfestivals die Drama-Jukebox.

Drei Abende des Festivals konnten sich auf der Münsterplattform grosse und kleine BesucherInnen für ein kleines Entgelt berühmte Szenen aus Faust, Andorra, Le dieu de carnage und vielen weiteren Klassikern des Theaters ansehen. Anders als bei der herkömmlichen Musik-Jukebox konnte hier der Inhalt aber nicht nur abgespielt, sondern auch merklich beeinflusst werden. Mit zwei Begriffen konnte der geneigte Zuschauer die gewählte Szene neu definieren. Willhelm Tell mit Bohrmaschine? Romeo als Kater? Emilia Galotti auf Baseldeutsch? Alles kein Problem für die Truppe des Projekt 210.

Mit tollem Wetter, begeisterten ZuschauerInnen und viel heiterem Gelächter ging die Drama-Jukebox in die Analen des Buskers ein. Und eins war nach den tollen und leider viel zu kurzen Sommernächten in der Hauptstadt klar: Buskers, we will be back!